Online-Glücksspiel 2025: Zehn-Milliarden-Marke geknackt

Der deutsche Online-Glücksspielmarkt hat im Jahr 2025 eine historische Marke geknackt. Nach Daten der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) erreichte der regulierte Umsatz in den ersten neun Monaten rund 9,96 Milliarden Euro. Hochgerechnet auf das Gesamtjahr wird die Zehn-Milliarden-Euro-Schwelle deutlich übertroffen. Für Steuerberater in Eckernförde und Umgebung ergeben sich daraus konkrete Beratungschancen für Mandanten mit digitalen Geschäftsmodellen.

Wie verändert die Regulierung die Steuerpflicht für iGaming-Betreiber?

Mit der Marktliberalisierung 2021 sind Online-Casinospiele und Sportwetten in Deutschland steuerlich klar fassbar geworden. Die GGL berichtet, dass inzwischen über 75 Prozent aller Glücksspielaktivitäten im regulierten Sektor stattfinden (2025). Betreiber zahlen eine Umsatzsteuer auf die Bruttospielerträge sowie länderspezifische Glücksspielabgaben. Die vollständige Dateninfrastruktur der Behörde soll bis 2027 stehen. Bis dahin sind die Übergangsfristen für die Steuererklärungen der Anbieter eine der wichtigsten Gestaltungsfragen. Diese Entwicklung hat auch der Bundesrat im Blick, der den Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) als Grundlage der Legalität verabschiedet hat.

Welche Strukturierungsmöglichkeiten ergeben sich für digitale Unternehmer?

Die virtuelle Spielautomaten-Sparte legte im dritten Quartal 2025 um knapp fünf Prozent auf 1,12 Milliarden Euro zu, wie die GGL bestätigt. Das Umsatzwachstum zieht eine Reihe von steuerlichen Fragen nach sich: die korrekte Zuordnung von Werbekosten, die Behandlung von Boni als Betriebsausgaben oder die Umsatzsteuer auf Transaktionen zwischen Plattform und Endkunde. Ein Beispiel ist die Plattform FridayRoll, die durch transparente Abrechnung und spielerische Ansätze überzeugt und damit genau den Nerv der digitalen Zielgruppe trifft. Mandanten, die solche Plattformen betreiben oder nutzen, benötigen eine klare Trennung zwischen steuerpflichtigen und steuerfreien Umsätzen. Bei der Bemessungsgrundlage geht es oft um den Unterschied zwischen Einsatzbesteuerung und Bruttospielertrag, den die Finanzverwaltung unterschiedlich behandelt.

Die Lizenzfrage und ihre steuerlichen Konsequenzen

Nicht jeder Anbieter hält eine deutsche Lizenz. Das führt zu unterschiedlichen steuerlichen Behandlungen. Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) unterscheidet strikt zwischen regulierten und nicht regulierten Angeboten. Für Berater heißt das: Die Prüfung der Lizenz eines Betreibers ist der erste Schritt jeder steuerlichen Bewertung. Wer als Spieler oder Affiliate mit unlizenzierten Anbietern zusammenarbeitet, riskiert Betriebsausgabenabzüge und in extremen Fällen die steuerliche Anerkennung der gesamten Einnahmenquelle. Die Kanzlei Elke Widdel-Frercks begleitet ihre Mandanten bei dieser Due-Diligence-Prüfung. Die Diskussion über die RennwLottG-Novelle und die Glücksspielsteuer in Höhe von 5,3 Prozent für virtuelle Automaten ist hier ein Dauerbrenner. Das Finanzamt Karlsruhe-Durlach hat sich in mehreren Einspruchsverfahren mit der Frage der Steuerschuldnerschaft befasst.

Praktische Schritte für die Beratung von iGaming-Kunden

Steuerberater sollten bei Mandanten aus der digitalen Unterhaltungsbranche folgende vier Punkte regelmäßig durchgehen:

Die Zahlen des dritten Quartals 2025 zeigen: Der Markt wächst kontinuierlich. Wer heute die steuerlichen Grundlagen richtig stellt, spart in den Folgejahren teure Nachzahlungen und mögliche Strafverfahren. Die Frage ist nicht mehr, ob die Digitalisierung der Glücksspielbranche steuerliche Beratung erfordert – sondern wie schnell Kanzleien darauf reagieren. Im Vergleich zur illegalen Konkurrenz aus dem Offshore-Bereich haben lizenzierte Anbieter klare Compliance-Vorgaben zu erfüllen, was die steuerliche Erfassung erleichtert.